Neugestaltung des historischen Zeughauses mit Platzgestaltung

Neugestaltung Zeughausplatz

Die gesamte Freifläche, einschließlich des Plattenteppichs um das Zeughaus, ist als eine zusammen-hängende Steinfläche gestaltet. Zur Unterstützung des ruhigen Erscheinungsbildes wird die Pflasterfläche als lineare Struktur ausgeführt und durch eingelegte Plattenbänderungen intensiviert. Diese Bänder bilden auch die Leitlinien von Wegebeziehungen (z.T. mit integrierten Lichtbändern) über den Platz. Aufgrund der verschiedenartigen Oberflächenbearbeitungen (gestocktes Pflaster und beflammte Platten) erfährt der Betrachter bei unterschiedlichem Wetter wie Regen oder Sonnenschein ein interessantes Spektrum an Schattierungen.

 

Eine vorhandene, raumbildende Platanengruppe wird mittels Bodenstrahler nachts optisch hervor-gehoben. Um ein vitales Wachstum zu erhalten, werden die Wurzelbereiche mit Baumsubstrat umhüllt. Die dreieckförmige Fläche wird durch Granitplatten mit 3 cm Splittfugen auf 10 cm Lavaschotter abgedeckt.
 

 

Das minimalistische Beleuchtungskonzept des Zeughausplatzes wird durch ein um das Zeughaus bodenbündig eingebautes Lichtband ergänzt, welches die Zeichenhaftigkeit und Plastizität des Denkmals hervorhebt. Die entlang der Straße angeordneten Pkw-Stellplätze werden zum Platz hin von einer Parrotia-Hecke (Eisenholzbaum) abgeschirmt. Diese Hecke erstrahlt im Herbst von bronzefarben über karmesinrot, feurig orange bis leuchtend goldgelb als Miniatur-Indiansummer. Zum südlichen Straßenknoten hin angeordnete Grünflächen erhöhen die ökologische Qualität des Platzes.

 

Neues Zeughaus

Die hölzerne Tragkonstruktion des Gebäudes stellt die eigentliche innenräumliche Qualität des Bestandes dar. Gestalterisches Ziel war es daher, diese in allen  Geschossen weitgehend sichtbar zu belassen und wieder raumprägend freizustellen.

 

Im Erdgeschoss bildet das gemeinsame Foyer das Zentrum für die beiden angrenzenden Veranstaltungssäle, welche mittels Schiebewände für eine zusammenhängende Nutzung verbunden werden können und sich jeweils zum Platz hin öffnen. Der Zugang zum Foyer erfolgt über das im Norden angeordnete Treppenhaus mit behindertengerechtem Aufzug. Die Küche versorgt über den Flur/das Foyer die Veranstaltungsräume und über eine Tür die Außen-gastronomie. An das Foyer angrenzend liegen die Besuchertoiletten, Büro sowie ein Gruppenraum.


Im 1. Obergeschoss befinden sich das Sekretariat, die Gruppenräume mit Nebenräumen, zwei Behandlungsräume sowie die Besucher- und Personaltoiletten. Der zentrale Flur ist als großzügiger Wartebereich ausgebildet und wird über die verglasten Wände des Sekretariats sowie des Treppenhauses belichtet. Das charakteristische Gebäudetragwerk mit den ausgeprägten Kopfbändern ist hier zusammenhängend erlebbar.

Im Dachgeschoss wurde die überwiegende Anzahl der Behandlungsräume sowie der Sozialraum mit Bibliothek und Archiv angeordnet. Auch hier bildet das raumprägende Dachtragwerk den zentralen Flur als großzügigen Wartebereich. Die natürliche Belichtung erfolgt über das verglaste Treppenhaus sowie die giebelseitigen Fenster. Optional kann an beiden Flurenden mittels verglaster Trennwände weitere Nutzflächen hergestellt werden.

 

Im Untergeschoss befinden sich der Gruppen- und Werkraum mit Lagerflächen sowie eine Toilette.

Die Trafostation wird im tiefergelegenen Kellerbereich auf der Südseite integriert und mit dem erforderlichen Einhebeschacht versehen.

 

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© Bernward Kraus Dipl.-Ing. Architekt BDA

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